Das Oberuferer Christgeburtsspiel

"Ihr lieben meine Singer...", so beginnt der Sternsinger seine Ansprache, in der er von Gott Vater über den Lehrmeister bis zu Ochs und Eselein alle grüßt und somit in das folgende Spiel einbezieht - in das Spiel von der Geburt Jesu Christi.

Die Oberuferer Weihnachtsspiele stammen aus Oberufer bei Pressburg in der Slowakei. Die Bauern gaben sie von Generation zu Generation mündlich weiter und erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden sie schriftlich aufgezeichnet. Ursprünglich spielten nur Bauernburschen, die während der dreimonatigen Probenzeit weder zum Tanz noch zu den Mädchen durften.

Im Stuttgarter Spielkreis wird das Christgeburtspiel seit seiner Gründung 1947 gespielt - allerdings von Frauen und Männern und ohne solch großen Nachdruck auf allzu züchtigen Lebenswandel.

Das Christgeburtspiel besteht aus Verkündigung, Christgeburtspiel und Hirtenspiel. Die einzelnen Teile werden durch Umzüge der sogenannten Kumpanei umrahmt und gegliedert. Die Lieder wurden von Walther Hensel aus alten Quellen neu erschlossen.

Wir führen das Christgeburtspiel in Kirchen, Altenheimen und anderen Einrichtungen auf, gern auch in Ihrer Gemeinde. Bitte wenden Sie sich an Regine Neumann (E-mail).

Sa. 16.12.2017 Christgeburtsspiel, Beginn 16.00 Uhr im Seniorenzentrum in Steinenbronn
(Tübinger Str. 9, 71144 Steinenbronn)


Der Bettler (19 KB)
Der Tod (13 KB)
Die Buhlerin (15 KB) Der Kaiser (14 KB)

Der Totentanz 

Ob König oder Bettelmann - er geht sie allesamten an . . .

Unbestechlich ist er, der Herre Tod. Ohne Rücksicht auf Stand, Vermögen, Rang oder Namen nimmt er die repräsentativen Gestalten der mittelalterlichen Gesellschaft vom Kaiser bis zum Bettelmann mit in den Todesreigen.

Die ersten Totentänze entstanden im Mittelalter als Reaktion auf den schwarzen Tod, die Pest, die als Strafe Gottes empfunden wurde. Der Tod wurde als Knochenmann dargestellt, der die Menschen aus dem Leben reißt. Bildliche Totentanzdarstellungen kennen wir aus der Marienkirche in Lübeck, aus Basel und Reval. Eine andere Quelle, die den Totentanz des Mittelalters darstellt, sind die Holzschnitte von Hans Holbein. Außerdem sind Volkslieder überliefert, die auf den Totentanz hinweisen, wie z. B. "Es ist ein Schnitter, heißt der Tod, hat Gwalt vom großen Gott". Das Mysterienspiel "Totentanz", das der Stuttgarter Spielkreis aufführt, ist eine Neuschöpfung des Dichters Johannes Alois Lippl. Die Musik schuf Hubert Haas unter Verwendung solch alter Weisen.

Dieses wahrhaft ernstliche Spiel in mittelalterlichen Kostümen und dramatisch-getragener Atmosphäre gibt einen eindrucksvollen Einblick in mittelalterliche Denk- und Empfindungsstrukturen. Doch auch wir modernen Menschen können uns in den Reaktionen der Figuren auf den Tod durchaus wiederfinden. In einer Zeit, wo der Tod immer weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt und sogar verdrängt wird, vermittelt dieser Totentanz eindringlich und hautnah die Gegenwärtigkeit des Todes. Alles Leben hat eben erst seinen echten Sinn, wenn auch der Tod mit einbezogen wird, der Tod als Gericht, der Tod als Pforte, der Tod als Erlösung.

Totentanz:
Mitwoch 22.11.2017 19.30 Uhr in der evangelischen Kirche Endersbach (Schulstr. 5 71384 Weinstadt)

Die Gestalten des Spieles sind:
        der Tod,
                der Vogt,
                        der Bettler,
                                die Krämerin,
                                        der Landsknecht,
                                                die Mutter,
                                                        die Buhlerin und
                                                                der Kaiser.


Der Tod

Der Bettler

Der Kaiser
Der Tod
Der Bettler
Der Kaiser

Die Buhlerin

Die Mutter
Die Buhlerin
Die Mutter

Der Vogt

Die Krämerin

Der Landsknecht
Der Vogt
Die Krämerin
Der Landsknecht